Ein Aussichtsturm in Langendamm?

Ein Aussichtsturm im Langendammer Naherholungsgebiet Osterberg? Diesen Vorschlag hat die Wählergemeinschaft Nienburg (WG) in der jüngsten Sitzung des Langendammer Ortsrates vorgestellt. Die Ortsratsmitglieder waren dem nicht grundsätzlich abgeneigt und beauftragten die Stadtverwaltung einstimmig damit, Gespräche mit der Bundesforst - der das Gelände gehört - über die Errichtung eines Aussichtsturms zu führen.

WG-Vorsitzender Frank Podehl erklärt im Gespräch mit der Harke, wie die Idee entstanden ist. "Ich habe die Idee schon seit Jahren. Wir gehen regelmäßig mit einer großen Truppe durch die Heide und entfernen dort die Bäume, um die Heide zu erhalten. Da habe ich das Vorhaben eines Aussichtsturms geäußert und bin auf positive Resonanz gestoßen", erzählt Podehl.

Für das Langendammer Ortsratsmitglied war das der Grund, die Idee nicht zu verwerfen, sondern sie weiter zu verfolgen. "Es wäre auf jeden Fall eine touristische Attraktion", ist Podehl sich sicher. "Früher konnte man auf der Geestkante stehen und in das Urstromtal der Weser gucken - fast bis nach Hoya." Jetzt aber sei die Geestkante mit vielen Bäumen zugewachsen, die man natürlich nicht schlagen könne. "Die Konsequenz ist also ein Aussichtsturm", sagt der WG-Vorsitzende.

Die Finanzierung eines solchen Turmes könnte mit Fördermitteln unterstützt werden. Als Beispiel nennt Podehl den Aussichtsturm "Fünfseenblick", der südlich von Koblenz am Rhein liegt. Er ist durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums gefördert worden. "Vielleicht ist eine solche Förderung mit EU-Geldern bei uns ja auch möglich, aber mit Förderprogrammen kennen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sich sicher aus", sagt der Langendammer.

Darüber hinaus gebe es auch die Möglichkeit, einen Verein zur Erhaltung des Aussichtsturmes zu gründen. "So etwas wird häufig von Bürgervereinen gemacht", sagt Podehl. Er habe außerdem einen Sponsoren an der Hand, der bereit sei, eine fünfstellige Summe zum Bau eines Aussichtsturmes zuzuschießen.

Wie genau ein solcher Turm aussehen könnte, steht noch nicht fest - die Möglichkeiten sind vielfältig. So ist beispielsweise der 27,4 Meter hohe Aussichtsturm "Fünfseenblick" am Rhein sechseckig. "Das wäre sehr teuer", weiß Podehl. Eine günstigere Variante sei der 29 Meter hohe Heimbergturm in Rheinland-Pfalz mit einem quadratischen Grundriss.

Nach Podehls Meinung wäre der Aussichtsturm "Fünfseenblick" mit seinen 27,4 Metern auch zu klein. "Es muss schon ein großer Turm sein, der mindestens 30 Meter hoch ist, damit man über die Kiefern und die anderen Bäume hinweggucken kann", sagt der Langendammer, der findet, dass sich in dem Ortsteil endlich mal etwas bewegen müsse. Derzeit seien - allem Anschein nach - keine Visionen, Perspektiven oder Ziele vorhanden. "Man muss aber Visionen haben, sonst bleibt alles beim Alten stehen", betont Podehl. Ob sich diese Vision in die Realität umsetzen lässt, hängt zunächst einmal von der Bundesforst ab.

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